Ratgeber
Wärmepumpe 2026: Freie Wahl, neue Förderung – was jetzt zählt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ein neues Heizungsgesetz. Die zentrale Änderung: keine feste 65-Prozent-Pflicht mehr beim Heizungstausch, sondern freie Wahl der Technologie. Lohnt sich eine Wärmepumpe jetzt noch, wenn sie nicht mehr vorgeschrieben ist? Kurze Antwort: ja – aber aus anderen Gründen als bisher gedacht.

Was sich mit dem GModG geändert hat
Die alte 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht beim Heizungstausch ist Geschichte. Bestehende Gas- oder Ölheizungen dürfen unbegrenzt weiterlaufen – eine Austauschpflicht entsteht nur, wenn eine Reparatur technisch oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.
Neue Gasheizungen unterliegen stattdessen der sogenannten „Bio-Treppe": ein steigender Pflichtanteil erneuerbarer Gase – 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Der gesetzliche Zwang zur Wärmepumpe ist damit weg, der wirtschaftliche Druck auf fossile Heizungen aber nicht – er kommt jetzt schrittweise über die Bio-Treppe und die CO2-Bepreisung.
Förderung 2026 im Überblick
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde zum 21. Juli 2026 angepasst. Aktueller Stand für den Heizungstausch im selbst genutzten Eigenheim:
- 30 % Grundförderung der förderfähigen Kosten – für alle.
- 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (sinkt ab Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte).
- Einkommensabhängiger Bonus: 40 % bei Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 €.
- Gedeckelt auf 80 % der förderfähigen Kosten, maximal 28.000 € Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit – in der Praxis bis zu rund 22.400 € Zuschuss.
Ein zusätzlicher Bonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen ist erst ab 2027 geplant – 2026 also noch nicht nutzbar. Da sich Konditionen kurzfristig ändern können, prüfen wir den aktuellen Stand bei jedem Förderantrag neu.
Was eine Wärmepumpe kostet
Orientierungswert aus der Praxis: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation liegt im Einfamilienhaus meist zwischen 12.000 und 25.000 € vor Förderung – abhängig von Gebäude, Heizlast und davon, ob Heizkörper mitgetauscht werden müssen. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus (zusammen 46 % für die meisten Haushalte ohne Einkommensbonus) sinkt der Eigenanteil spürbar.
Eine genaue Zahl gibt es erst nach einem Blick vor Ort – Pauschalpreise ohne Gebäudecheck sind unseriös. Eine erste Orientierung liefert unser Wärmepumpen-Rechner.
Warum sich eine Wärmepumpe trotzdem lohnt
Kein gesetzlicher Zwang mehr heißt nicht, dass fossile Heizungen billig bleiben. Der CO2-Preis bleibt 2027 stabil bei 55–65 € pro Tonne, ab 2028 übernimmt der EU-weite Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) – Prognosen gehen bis 2030 von 120–150 € pro Tonne aus.
In Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage sinken die Betriebskosten zusätzlich, weil ein Teil des Wärmepumpenstroms selbst erzeugt wird – warum sich Solarstrom 2026 weiterhin lohnt, zeigen wir im Photovoltaik-Artikel. Wer ohnehin saniert oder eine alte Heizung ersetzen muss, trifft mit der aktuellen Förderung auf einen der günstigsten Einstiegspunkte der letzten Jahre.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe 2026?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation liegt im Einfamilienhaus meist zwischen 12.000 und 25.000 € vor Förderung. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus (zusammen 46 % für die meisten Haushalte) sinkt der Eigenanteil deutlich.
Muss ich meine alte Heizung jetzt austauschen?
Nein. Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, 29.07.2026) dürfen bestehende Gas- oder Ölheizungen unbegrenzt weiterlaufen. Eine Austauschpflicht entsteht nur, wenn eine Reparatur technisch oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
In den meisten Fällen ja. Moderne Geräte erreichen auch mit Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C gute Wirkungsgrade und funktionieren oft mit vorhandenen Heizkörpern – ohne dass die komplette Heizanlage getauscht werden muss. Entscheidend ist die tatsächliche Heizlast des Gebäudes, die wir vor Ort ermitteln.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Die Außeneinheit ist die übliche Sorge bei Grundstücksgrenzen in dichter Bebauung. Moderne Geräte sind deutlich leiser als ältere Modelle; die genaue Lautstärke hängt vom Hersteller und der Aufstellung ab – wir planen die Position so, dass Abstandsflächen und Schallschutz eingehalten werden.
Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?
Wir prüfen Gebäude, Heizlast und Fördermöglichkeiten vor Ort und übernehmen den Förderantrag – WayStrom GmbH, Meisterbetrieb für Elektro & Energietechnik.

